Offizier auf dem Feld der Ehre

Offizier auf dem Feld der Ehre

Im Dezember 1942 kam die Sipo auf die Spur einer grossen militärischen Organisation im Landesteil Sörlandet, Laudals Organisation oder Kampfgruppe 3, wie sie offiziell hiess. Sie umfasste Rogaland und die beiden Verwaltungsgebiete Agder. Die Aktion gegen Laudals Leute erstreckte sich über drei Monate, d.h. bis Ende Februar 1943. Zwischen 3-400 Personen wurden verhaftet. Ungefähr 320 verblieben im Gefängnis

Im Dezember 1942 kam die Sipo auf die Spur einer grossen militärischen Organisation im Landesteil Sörlandet, Laudals Organisation oder Kampfgruppe 3, wie sie offiziell hiess. Sie umfasste Rogaland und die beiden Verwaltungsgebiete Agder. Die Aktion gegen Laudals Leute erstreckte sich über drei Monate, d.h. bis Ende Februar 1943. Zwischen 3-400 Personen wurden verhaftet. Ungefähr 320 verblieben im Gefängnis.
Das Aufrollen der Kampfgruppe 3 begann in der Nacht zum Montag, dem 7. Dezember 1942. Der erste, der verhaftet wurde, war der Leiter, Major Arne Laudal. Er wohnte in Övre Strai in Oddernes. Die Deutschen mit SS-Hauptsturmführer Rudolf Kerner an der Spitze schlugen während der Nacht mit einem ansehnlich grossen Einsatzkommando - bestehend aus insgesamt 20 Mann - zu.
Die Einsatzgruppe war schwer bewaffnet.
Kerner ging in diesem speziellen Fall offensichtlich keine Chance ein. So gut wie der gesamte Stab der deutschen Sicherheitspolizei (Sipo) in Kristiansand, verstärkt mit Leuten von der norwegischen Staatspolizei (Stapo) und deutschen SS-Soldaten, nahmen an der Aktion teil.
Staatspolizeiwachtmeister Ole Wehus wurde als Ortskundiger und Dolmetscher einberufen. Bei Ankunft bei der im schweizer Stil gebauten Villa in Övre Strai wurde das Haus umstellt. Wehus wurde an die Eingangstür beordert, um anzuklopfen, während der Rest der Einsatzkräfte mit ihren Waffen bereitstand.
Die Tür wurde von dem nichts ahnenden Hausbesitzer, Erling Stray, Laudals Schwager, geöffnet. Die Sipo-Männer erzwangen sich sofort Zutritt ins Haus.
Mit Kerner an der Spitze stürmten sie zur ersten Etage hinauf. Dort hatte die Laudal-Familie ihre Gemächer.

Vorbereitet unter tiefster Geheimhaltung

Die Planung der Operation gegen die Hauptleute der Widerstandsbewegung im Sörlandet war bei tiefster Geheimhaltung am frühen Abend im Arkiv vorbereitet worden. Der Hintergrund war folgender: Kriminalbeamter Friedrich Albert Lappe war am gleichen Tag mit aufsehenerregenden Informationen aus Stavanger zurückgekehrt.
In Verbindung mit dem Aufrollen einer grossen illegalen Sache in Rogaland hatte die Sipo Informationen erhalten, dass es im Sörlandet eine aus 5.000 Mann bestehende Militärorganisation geben sollte, die von Major Laudal in Kristiansand geleitet wurde. Er sollte mit einer Waffenorganisation zusammenarbeiten, die grosse Waffenmengen heranschaffte, und die im Setesdal versteckt sein sollten.
Am gleichen Tag, an dem Lappe nach Kristiansand zurückkam, tickte eine Fernschreibmeldung vom Kommandeur der deutschen Sicherheitspolizei in Stavanger ein, die besagte, dass folgende Personen zu verhaften seien: Major Arne Laudal, Advokat im Höchsten Gericht Ernst F. Eckhof, Büroangestellter Ivar Christensen, Schüler Erik Dahl-Hansen und Direktor Einar Lund.
Major Laudal sollte der Chef einer Militärorganisation in Rogaland, Vest-Agder und Ost-Agder sein. Eckhof war Leiter der Zivilorganisation in Vest-Agder, während Ivar Christensen als Chefkurier bezeichnet wurde. Es lag der Befehl vor, dass Major Laudal und seine Mitarbeiter, wenn nötig, in verschärftes Verhör genommen werden sollten.
Sipo var in diesem Falle ängstlich davor, dass Leckagen entstehen konnten. Kerner verlangte deshalb von seinen Leuten über die bevorstehende Aktion strengstes Schweigen. Keiner durfte das Arkiv verlassen, ohne dass eine besondere Erlaubnis vorlag.

Wurden völlig überrumpelt

Major Laudal und seine Frau wurden total überrascht als die Sipo zuschlug. Sie ahnten nichts bevor sechs sieben Gestapomänner in der Schlafzimmertür standen und mit Pi-stolen auf sie sichteten. Einer der Deutschen schrie "Aufstehen", so dass es durch den Raum hallte. Major Laudal wurde beordert, sich anzuziehen. Ruhig kam er dieser Auffor-derung nach. Helga Laudal war in den ersten Minuten vollständig gelähmt mit all den fremden Menschen im Schlafzimmer.
In der Zwischenzeit wurde der Sohn des Ehepaares, der 16-jährige Lasse, festgenom-men. - Nehmen sie dich auch mit, brach Helga Laudal tränenerstickt aus als der Sohn zu einem der wartenden Gestapowagen geführt wurde. Major Laudal wurden Handschellen angelegt und mit einem Ring bewaffneter Wachsoldaten um ihn herum abgeführt. Laudal wurde nicht mitgeteilt, warum er verhaftet wurde; er verstand aber, dass das Spiel vorüber war. Er äusserte sich mit keinem Wort; folgte nur den Gestapo-leuten mit einem zerknirschten Ausdruck im Gesicht nach.
Natürlich war er vorbereitet darauf, dass früher oder später so etwas mit Leiden und Tod enden könnte. Das war ein Risiko, dass er von vornherein einkalkuliert hatte. Vielleicht dachte Laudal zurück an den Besuch des Emissärs Fredrik Grövan einige Tage vorher. Der Abschnittschef für den Lyngdals-Abschnitt hatte ihn eindringlich darum gebeten, in Deckung zu gehen, da die Situation sich als höchst unsicher darstellte.
Das Haus hat zwei Ausgänge, bemerkte Laudal selbstsicher. Jetzt aber half es weder mit einem noch mit zwei Ausgängen. Die behelmten Soldaten hatten alle Möglichkeiten zur Flucht abgeriegelt.
Nachdem die Gefangenen abtransportiert waren, wurde der nächste Schritt eingeleitet: Durchsuchung der Wohnung. Dies geschah mit professioneller Gründlichkeit. Die Gestapoleute durchwühlten das ganze Haus auf der Jagd nach verräterischen Sachen. Weder Schubladen noch Schränke, die nicht genauestens durchsucht wurden.
Aber nichts Verbotenes wurde gefunden.
Keine Waffen.
Keine geheimen Dokumente.
Das Letzte, was die Deutschen machten, bevor sie die Wohnung verliessen war, die Telefonleitung zu durchschneiden. Frau Laudal und Tochter Liv, die gerade mal 14 Jahre alt war, wurden unter Bewachung gestellt. Mutter und Tochter verblieben in ihrem Haus für 14 Tage vollständig isoliert. Es war für sie nicht möglich, mit jemandem in Kontakt zu kommen.

Ins Sipo-Hauptquartier im Arkiv

Major Laudal war sich klar darüber, wohin es gehen sollte. Die Fahrt ging direkt ins
Sipo-Hauptquartier im Arkiv. Laudal zusammen mit Schwager Erling Stray wurde befohlen, mit dem Gesicht zur Wand zu stehen und im Treppenhaus mit hoch gestreckten Armen zu gehen.
Während der Nacht wurden weitere Verhaftete so zu sagen auf laufendem Band eingebracht. Laudal sah für einen kurzen Augenblick den Büroangestellten Ivar Christensen, Julius Hougen, Stud. jur. Egil Hagli und Leutnant Aanen Smith. Später stiess sein zweiter Schwager, Kapitän Arne Hagtvedt zu den Wandkuckern.
Major Laudal und die anderen Verhafteten wurden offenbar als Grosswild betrachtet. Sie wurden gezwungen, in der leidensvollen Gib-Acht-Stellung über viele Stunden zu ver-harren. Es war streng verboten mit einander zu sprechen. Die ganze Zeit hörte man mächtigen Lärm vom Knallen der Soldatenstiefel und Kommandogebrüll.
Das Aufweichen war im Gange.
Das unendliche Warten zehrte an Kräften und Nerven.
Die ersten "Gespräche" mit Major Laudal begannen am Montag morgen. Aufgrund der bedeutungsvollen Position der Gefangenen in der Widerstandsbewegung, wurde das Verhör vom Sipo-Chef, Kriminalkommissar Kerner, persönlich geleitet. Die Gefangenen, die unter seine Obhut kamen, mussten damit rechnen, der grössten Brutalität und Misshandlung ausgesetzt zu werden. Es war dieser glühende Nazi, dem Major Laudal gegenüber gestellt wurde. Mit starken gemischten Gefühlen musste er Angesicht zu Angesicht mit diesem Mann stehen, der sein Hauptgegner war.
In Seele und Sinn waren sie total verschieden.
Major Arne Laudal, 50 Jahre, ein aufrechter norwegischer Offizier. Kriminalkommissar Kerner , 32 Jahre, früherer Schuhmacherlehrling aus Saarbrücken. Der Erste ein echter norwegischer Patriot und Widerstandsmann. Der Andre ein blinder Angehöriger der nationalsozialistischen Ideologie. Die Deutschen betrachteten die Sache als sehr gravierend, weil diese "Banditenwirksamkeit" als eine Verschwörung direkt gegen die deutsche Wehrmacht gerichtet war. Kerner wusste, dass Major Laudal auf vielen wichtigen Informationen sass. Jetzt sollte der Major unter Druck gesetzt werden, damit er geständig wurde, und der Sipo ausreichende Erkenntnisse vermitteln konnte auf denen sie weiter spinnen konnte. Kerner eröffnete das Verhör in dem er Major Laudal Beweise vorlegte, die es in der Sache gab.
Laudal wurde zu einem vollständigen Geständnis aufgefordert.

Begann auf ihn einzuschlagen

Kerner erzählte, dass Laudal verdächtigt wurde, Leiter einer geheimen Militärorganisation für das südliche Norwegen zu sein. Deshalb diene es keiner Hinsicht zu lügen. Es war besser, alles sofort zu gestehen. Wenn nicht, so hätten sie Mittel, die Wahrheit herauszubekommen.
Major Laudal war sich darüber im klaren, dass, wenn er zugestehen würde, würde die ganze Organisation verloren sein. Vom ersten Augenblick an erklärte er, dass er nichts zuzugeben hätte. Er verneinte, dass er davon Kenntnis hatte, worüber er beschuldigt wurde.
Kerner war stark davon besessen, schnellst möglich Resultate erreichen zu können. Immer noch in Handschellen wurde Laudal unter verschärftes Verhör genommen. Die Gestapoleute benutzten brutale Macht, um ihn zu zwingen, die Namen seiner Mitarbeiter zu verraten. Der Sipo-Chef fing an, während Laudal über einem Stuhl lag, ohne Möglichkeit sich bewegen zu können, mit dem Gummiknüppel auf Rücken und Oberschenkel loszuschlagen. Später übernahmen Lappe und Lipicki die Behandlung des norwegischen Offiziers. Major Laudals Antwort auf diese Misshandlung war totales Schweigen. Nicht ein einziges Mal während der Peinigungen kam so viel wie ein einziges Wort über seine Lippen.
Kerner muss wahrhaftig Gewissenszweifel an der Echtheit seiner Beweise bekommen haben, denn plötzlich stoppte er das gewalttätige Verhör und äusserte verwundert: - Ist es möglich, dass wir uns geirrt haben? Der Arkiv-Chef sagte, dass, wenn Laudal nach den fürchterlichen Leiden, die er aushalten musste, immer noch leugnete, könnte er bei den schweren Anklagen unmöglich schuldig sein.

Das zehrte an den Kräften

Der Sipo-Chef setzte sich danach mit dem Polizeikommandeur in Stavanger, SS-Obersturmführer Friedrich Wilkens, in Verbindung. Nachdem wahrscheinlich bestätigt wurde, dass das verschärfte Verhör fortsetzen sollte, wurde die Tortur weitergeführt.
Dienstags morgen begann ein neues Verhör. Die Misshandlungen wurden wiederholt und setzten auch am nächsten Tag fort. Major Laudal hatte zu diesem Zeitpunkt keine Illusion mehr für sein Schicksal. Er sah ein, dass er nur die eine Pflicht hatte: Seine Mitarbeiter zu beschützen. Laudal war in guter physischer Form, aber nach drei Tagen mit systematischer Folter, fühlte er, dass die Kräfte seinen Körper verliessen.
Von den Gestapoleuten wurde ihm dauernd eingepaukt, dass er die Namen seiner Mitverschworenen nennen sollte.
Hauptabsicht war, Kenntnisse über die Struktur der Organisation zu bekommen. Während des dritten Tages, am Mittwoch dem 10. Dezember, schleuderte Kerner triumphierend eine Liste mit 80 Namen von Laudals Männern im ganzen Bezirk auf den Tisch.
Kannte er den? Und den? Laudal verweigerte die Liste zu kommentieren.
Nach diesem Verhör war deutlich zu merken, dass Laudal sehr heftig geschlagen worden war. Die, die ihn im Arkiv sahen, bemerkten, dass die Rührigkeit in seinen Beinen deutlich verringert war. Er hatte starke Blutergüsse und Blut im Urin. Das Gesicht war rot und geschwollen.
Am Abend wurde Major Laudal - immer noch in Handschellen - zurück ins Kreisgefängnis überstellt und auf Zelle Nr. 3 verlegt. Aufgrund der grossen Zahl von Gefangenen war es nicht möglich, die Gefangenen getrennt von einander zu halten. Laudal kam zusammen mit mehreren seiner Mitarbeiter auf eine Zelle. Die meisten kannte er nur nach dem Namen. Es waren Stud. jur. Egil Hagli, Büroangestellter Kjell Olafsen und Zimmermann Einar Th. Andersen, alle aus Kristiansand.
Laudal räumte ein, dass die verschärften Verhöre eine fürchterliche Belastung für ihn waren; das Schlimmste aber war, dass die Sipo alles wusste. Die Gefangenenkameraden bemerkten, dass er fürchterlich misshandelt worden war. Er konnte schwer gehen, aber er war immer noch bei seinen vollen Fünf. Der Bezirkschef erzählte, dass er von Lappa und Lipicki mit einem Gummiknüppel geschlagen worden war.
Major Laudal verblieb nicht viele Tage im Kreisgefängnis bevor er wieder ins Arkiv geholt wurde, um neue Verhöre zu durchstehen. Zurück in der Zelle erzählte er, dass er wiederholte Male erschöpfende Kniebeugen machen musste, während Lipicki nonchalant dasass und mit Daumen und Zeigefinger knipsend den Takt diktierte.

Erhaschte flüchtigen Blick vom Vater

Major Laudals Sohn, Lasse, wurde am Tage nach seiner Verhaftung ins Arkiv gebracht und von Lappe und Lipicki verhört. - War dein Vater Sonnabend in Stavanger? war die überraschende Frage, die die Gestapoleute stellten. Der 16-jährige konnte dies mit gutem Gewissen verneinen, weil sein Vater sich zu Haus hielt, um an der Silberhochzeit von Otto Louis und Anne Marie Scheie teilzunehmen.
Nach dem einleitenden Verhör wurde der Junge wieder ins Kreisgefängnis gebracht. Dort erhaschte er einen flüchtigen Blick vom Vater. Nach mehreren Verhören sahen die Deutschen ein, dass der Sohn des Majors keine bedeutungsvollen Informationen besass. Lasse Laudal wurde am Tag vor Weihnachtsabend 1942 freigelassen. Für die Familie Laudal begann eine fürchterlich traurige Zeit. Wie für viele andere Familien im Sörlandet wurde es auch für sie "Die schwarze Weihnacht".
Die Leute der Militärorganisation, die frei waren, fühlten eine starke Unruhe über Major Laudals Situation. Die Verhaftung des Bezirkschefs führte dazu, dass ein drohender Schatten über der finsteren Situation lag. Was wussten die Deutschen über ihn und die Organisation? Sie nahmen an, dass die Sipo nur begrenzte Kenntnisse zur Sache hatten, aber ganz sicher konnten sie ja nicht sein.

Århus in die Höhle des Löwen

In einem Versuch, um Informationen aus erster Hand zu bekommen, wurde beschlossen, einen Spezialbeauftragten in die Höhle des Löwen zu entsenden. Der unermüdliche XU-Agent, Polizeiwachtmeister Henry Aamo, gab einem zuverlässigen, vertrauten Kollegen, Polizeiwachtmeister Gunvald Århus, in Auftrag, Major Laudal im Kristiansand Kreisgefängnis aufzusuchen, um bestätigt zu bekommen, ob er gezwungen worden war, Informationen von vitalem Wert zu verraten.
Århus nahm die Gelegenheit schon am nächsten Tag war, als Laudal vom Arkiv ins Kreisgefängnis überführt werden sollte. Durch die liebenswürdige Hilfe von Gefängniswachtmeister John Vagle konnte er mit dem Bezirkschef unter vier Augen sprechen. Das "zufällige" Treffen fand auf einer Toilette im Parterre statt.
Århus wurde orientiert darüber, welche Teile der Militärorganisation der Sipo bekannt waren. Laudal erklärte, dass sie beinahe alle Spitzenleute kannten. Nur der Stellvertreter (Major Peter W. Löhrdal, Kriegspolizeimeister (Advokat des Höchsten Gerichts Ernst F. Eckhoff), Zahnarzt (Harald Stray) und der ernannte Leiter für den neuen Apparat (Haakon Hertzberg) waren bis jetzt noch nicht verraten worden.

Führte zum Wendepunkt in der Sache

Gemäss Kerner verriet Major Laudal unter den ersten Verhören nichts. Zum Schluss erklärte er sich einverstanden, mit dem Betreffenden in Stavanger, der Sipo die Informationen gegeben hatte, konfrontiert zu werden.
Man ist sich nicht sicher, wann diese Konfrontation stattgefunden hat, aber wahrscheinlich geschah dies eine Woche, nachdem Laudal verhaftet worden war. Die Konfrontation führte zu einem Wendepunkt in der Sache. Major Laudal musste einsehen, dass grosse Teile des Apparates zerfallen waren. Deshalb war es ohne Hinsicht, die faktischen Tatsachen zu verneinen. Um unnötige Leiden unter verschärften Verhören zu vermeiden, teilte er den übrigen Gefangenen mit, dass sie gleichgut ein Geständnis ablegen konnten. Kriminalkommissar Rudolf Kerner räumte später ein, dass er verblüfft darüber war, dass es eine so umfassende illegale Organisation in seinem Kommandobezirk gab. Die Meldung aus Stavanger hatte deshalb eingeschlagen, wie ein Blitz aus klarem Himmel.

Im Polizeigericht zum Tode verurteilt

14. April 1944 wurde Major Laudal und acht seiner Mitarbeiter in der "Sörlandsorganisation" vor das SS- und Polizeigericht Nord in Oslo gestellt. Sechs der Spitzenleute, Major Laudal, Oddernes, Redakteur Olav Dyvik, Grimstad, Buchhalter Torleif Tellefsen, Grimstad, der Kraftfahrzeugsachverständige Arne Björge, Arendal, Lehrer Aamund Tveit, Lillesand und Disponent Knut Bö, Bygland wurden zum Tode verurteilt (s. Rahmentext). Zwei der Jüngsten in der Sache, Ivar Christensen und Erik Dahl-Hansen, wurden auch zum Tode verurteilt. Reichskommissar Josef Terboven wandelte die Todesstrafe in Jugendgefängnis um. Dr. Odd Benestad, Kristiansand, wurde zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt.
Am 9. Mai 1944 wurden die sechs zum Tode verurteilten im Trandumwald erschossen.